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Boßelturnier und Glühweinhütte zählen zu Höntrups Highlights

Obwohl es keinen Verein im Blomberger Ortsteil Höntrup gibt, ist der Zusammenhalt rund vier Kilometer südwestlich des Stadtkerns – und eingerahmt von Herrentrup, Siebenhöfen und Wellentrup – äußerst ausgeprägt: „Höntrup ist ein wirklich schönes, liebenswertes kleines Dörfchen mit einer schönen Gemeinschaft“, hält Ortsvorsteher Ernst-Wilhelm Beckmeier fest.

Die Veranstaltungen koordiniert seit 1985 eine mitgliederstarke Dorfgemeinschaft. Jährlich wiederkehrend sind zum Beispiel das große Boßelturnier, Weihnachts- und Maibaumschmücken sowie eine gemeinschaftliche Dorfreinigung.

Wer Ruhe, Idylle und ein Leben in Einklang mit der Natur möchte, ist im rund 220 Einwohner umfassenden Höntrup genau richtig. Der Königsbach plätschert ruhig dahin, zudem existieren das Vogelschutzgebiet Auf der Mühlenbreite und das Trockenbiotop am ehemaligen Wasserwerk. „Diese Ruhe in Höntrup ist einfach unbeschreiblich. Wenn dann doch mal ein Geräusch kommt, dann weiß man direkt, von wem es ist“, so Beckmeier.

Im Gegensatz zu vielen anderen Dörfern rund um die Nelkenstadt dürfen sich die Höntruper über einen geselligen Mittelpunkt freuen: Mit dem Alten Krug ist eine Gaststätte samt Kegelbahn vorhanden, in der man sich zum Essen oder auch nur auf ein Feierabendbier treffen kann. „Kein Dorf in der Umgebung kann von sich sagen, dass es eine Gaststätte hat, in der selbst gejagtes Wild auf den Tisch kommt. Das ist eine Besonderheit. Um die zu bewahren, ist es umso wichtiger, sich weiterhin hier zu treffen“, erläutert der seit 2020 amtierende Ortsvorsteher.


Außerdem verfügt der Ort über einen Spielplatz, einen landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieb, eine Schmiede, einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb und einen Dorfplatz. „Höntrup ist absolut lebenswert und die Gemeinschaft bei uns intakt. Bei Veranstaltungen haben wir immer großen Zulauf und können uns über viele Helfer freuen“, hält Ernst-Wilhelm Beckmeier fest. Zudem existiert seit vielen Jahren eine Glühweinhütte. Dank der kurzen Wege in die Nachbarschaft sind viele Dorfbewohner Mitglied in einem – oder mehreren – der umliegenden Vereine, beispielsweise in Herrentrup. „Es ist zwar schade, dass wir keine Vereine mehr haben, aber umso schöner ist es dann, dass wir gute Verbindungen zu den umliegenden Dörfern besitzen“, erklärt Beckmeier.

In den Jahren 1270, 1272 und 1274 tauchte Höntrup erstmals als Hodinctorpe in Urkunden auf. Darüber hinaus ist in Schriftstücken aus dem 13. Jahrhundert die Rede von der Ansiedlung dreier Männer: Johannes, Burchard und Hildebrandus de Hodinctorpe.

Den Dorfplatz ziert ein Gedenkstein mit der Zahl 1272, die heutzutage als Datum der Ortsgründung gilt. 1970 folgte die Eingemeindung Höntrups in die Großgemeinde Blomberg. Schöne Fachwerkhäuser im alten Ortskern zeugen noch heute von vergangenen Jahrhunderten. „Wir haben viele alte Häuser hier und es freut mich, dass sie nicht leer stehen. Wenn dann mal ein Haus zum Verkauf steht, findet sich direkt ein Käufer. So gewinnen wir hier an Zuwachs, obwohl es keine Neubaugebiete gibt“, erläutert Beckmeier.